Die Sparkasse Osnabrück feiert in diesem Jahr ihr 200-jähriges Bestehen. Ein Jubiläum, das sie nicht nur zum Anlass nimmt, nach vorne zu schauen. Sie blickt auch zurück und hat den bislang nicht erforschten Zeitraum ihrer NS-Vergangenheit von 1933 bis 1945 aufarbeiten lassen.
Dafür hat sie im Frühjahr 2024 das Unternehmen H&C Stader mit der Recherche zur NS-Zeit beauftragt. H&C Stader ist einer der führenden Anbieter für historische und archivische Dienstleistungen und hat bereits einige Sparkassen bei der Aufarbeitung ihrer NS-Zeit unterstützt.
Die Historiker Dr. Ingo Stader und Dr. Max Schlenker konnten mit ihrem Team bei ihrer fast einjährigen Recherche auf alle Dokumente zurückgreifen, über die die Sparkasse Osnabrück aus den beiden Archiven der ehemaligen Stadt- und Kreissparkasse verfügt. Darüber hinaus wurden Akten aus öffentlichen Archiven wie dem Stadtarchiv Osnabrück und dem Niedersächsischen Landesarchiv (insgesamt rund 300 Akten mit ca. 3.500 bis 4.000 Seiten) gesichtet und ausgewertet.
„Wir wollten wissen, wie groß die Nähe der Sparkasse Osnabrück zum Nationalsozialismus war und was geschehen ist in dieser Zeit“, so Johannes Hartig, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Osnabrück. „Uns war wichtig, dieses dunkle Kapitel in der Geschichte der Sparkasse ganz bewusst aufzuarbeiten.“
„Ich begrüße es sehr, dass sich die Sparkasse Osnabrück im Jubiläumsjahr auch den dunklen Kapiteln ihrer Geschichte stellt“, sagt Verwaltungsratsvorsitzende und Oberbürgermeisterin Katharina Pötter. „Die Zeit des Nationalsozialismus ist ein schmerzhafter Teil der Vergangenheit, der bei einem historischen Rückblick nicht ausgespart werden darf.“
Das Ergebnis der Recherche von H&C Stader ist ein Dossier, das die Rolle der Sparkasse Osnabrück in der NS-Zeit beschreibt und Aufschluss über die Arbeit der Stadt- und Kreissparkasse Osnabrück im NS-Staat gibt. Darin wird die Arbeit der Stadt- und Kreissparkasse in den Gesamtkontext der damaligen Zeit eingeordnet und anhand von Fallbeispielen versucht, eine Einschätzung über die Rolle der Stadt- und Kreissparkasse während der NS-Zeit zu geben.
Das Dossier der Historiker ist über die Homepage gemeinsam-sparkasse-feiern.de/historie veröffentlicht und somit allen Interessierten zugänglich gemacht. Der Sparkasse Osnabrück ist ein offener, transparenter Umgang mit den Ergebnissen sehr wichtig. Sie stellt daher bei weiterführendem Interesse, insbesondere von Angehörigen/Nachfahren, gerne den Kontakt für direkte Gespräche mit den Historikern her.
Zudem hat sie H&C Stader beauftragt, alle aussagekräftigen Dokumente aus ihrem Archiv zu konservieren. So bleiben diese den nachfolgenden Generationen erhalten. Hartig dazu: „Wir sind aktuell im Gespräch mit dem Niedersächsischen Landesarchiv zur Übergabe der Dokumente, wo sie langfristig aufbewahrt und für weitere Forschungszwecke freigegeben werden. Darüber hinaus planen wir eine Ausstellung zu den Ergebnissen für das vierte Quartal im Museumsquartier.“
Bildunterschrift: Sie stellten heute das Dossier mit den Aufarbeitungsergebnissen vor (v.l.n.r.): André Schüller (stellv. Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Osnabrück), Dr. Max Schlenker, Dr. Esther Graf (beide H&C Stader), Johannes Hartig (Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Osnabrück) und Fabian Winkler (Vorstandsmitglied Sparkasse Osnabrück).Foto: D. Pommer/Sparkasse Osnabrück.
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Weitere Informationen zur H&C Stader GmbH:
Dr. Esther Graf studierte Jüdische Studien, Kunstgeschichte und Romanistik an der Universität Wien, der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg und der Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg. Nach einer ersten Tätigkeit als Leiterin des Jüdischen Museums Hohenems in Vorarlberg promovierte sie an der Hochschule für Jüdische Studien in Jüdischer Kunst. Der Promotion folgten der Aufbau des Pressereferats der Hochschule für Jüdische Studien und die Konzeption und Umsetzung mehrerer Ausstellungen zu jüdischer Geschichte und Religion als freie Kuratorin. Dr. Esther Graf ist seit 2015 bei H&C Stader. Dem Aufbau des Bereichs Customer Relations folgte im Verbund mit dem CEO Dr. Ingo Stader die Erarbeitung einer Marketingstrategie und die Implementierung von Marketingmaßnahmen. Punktuell unterstützt sie in Jubiläumsprojekten, wenn es um Zeitzeugeninterviews und NS-Geschichte geht.
Dr. Max Schlenker studierte Geschichte und Global History in Heidelberg. Neben seiner Promotion begann er 2016 seine Tätigkeit als Projektmitarbeiter bei H&C Stader. 2022 wurde er Teil des Management Boards (Prokura). Hier betreut er den Bereich History & Communication. Inhaltlicher Schwerpunkt seiner Arbeit ist das Jubiläumsmanagement und die Textarbeit. Dr. Max Schlenker verfügt über Erfahrung aus über 50 Jubiläumsprojekten, darunter zahlreiche Projekte im Bereich der Sparkassengeschichte. Zuletzt betreute er mehrere Rechercheprojekte im Bereich der NS-Geschichte, wie die Aufarbeitung der NS-Vergangenheit der Sparkassen Rhein Neckar Nord und des Oberderdinger Familienunternehmens Blanc & Fischer.
Weitere Infos zur H&C Stader GmbH gibt es unter: https://www.hcstader.de/
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Birgit Liedmeier
Pressesprecherin
Sparkasse Osnabrück
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